Meine Pferde

sind untrennbar mit meiner Lebensgeschichte verbunden. Sie fordern und fördern mich nicht nur in meinem Horsemanship, sondern als ganze Person.

Candy (Topc Golden Candyman), Quarterhorse Wallach, geb. 1999

Candy Kurz vor seinem zweiten Geburtstag kaufte ich Candy mit dem Vorhaben ihn selbst auszubilden. Sehr bald begann er immer wiederkehrend zu husten..... Ich brachte ihn schließlich zur Abklärung auf die Vet. Med. Uni-Klinik Wien. Das Untersuchungsergebnis war niederschmetternd: Ich würde mit ihm, aufgrund des Zustands seiner Lunge wohl nie bergauf traben können! Ich zog eine Tierärztin hinzu, die, wie sie sagt „ihr Herz der Pferdelunge verschrieben hat“ und ritt ihn im Alter von drei Jahren an.

Mittlerweile hat sich Candy prächtig entwickelt. Wir sind mitunter einige Stunden lang im Gelände unterwegs. Er trabt und galoppiert mit mir auch bergauf. Und wir haben auch an einigen Wanderritten teilgenommen. 2007 fuhr ich mit Candy zu einer Mark Rashid Clinic nach Regensburg, wo wir auch Amanda Barton kennen lernten, die Mark damals assistierte. Seither trainiere ich mit Candy regelmäßig bei Amanda, die nun zwei- bis dreimal jährlich zu Clinics zu uns in den Stall (www.wiedenhof.at) kommt. In meiner Arbeit mit Candy habe ich begonnen, mein Horsemanship bewusster als ganzheitlichen Lernprozess wahrzunehmen.

Inferno, Trakehner-Mix Wallach, geb. 1981

Inferno Ich sah das graue Pferd einige Wochen nach dem Tod meines ersten Pferdes Nordwind. Es war zu haben und ich wollte es sofort! Ich war 19 Jahre alt und trug den Schmuck, den ich von meiner Großmutter geerbt hatte in die Pfandleihanstalt. Das brachte genug Geld ein, um das graue Pferd zu kaufen.

Inferno war an die drei Jahre alt und so wie man damals sagte, ein „rohes Pferd“. Ich fühlte mich von Anfang an sehr verbunden mit ihm. Für mich war es eine klare Sache, ihn selbst anzureiten. Dass es mir an Wissen und Erfahrung hätte mangeln können, kam mir gar nicht in den Sinn. Inferno bescherte mir viele Wild-West-Erlebnisse, die zahlreiche Stürze zur Folge hatten. Und auch Knochenbrüche und gerissene Sehnen,... Ich habe sein Bocken nie so erlebt, als wolle er „Böses tun“, aber ich wünschte mir sehr, ich hätte mich öfter mal im Sattel halten können. Nach einiger Zeit hörte er auf, mit mir auf seinem Rücken in die Luft zu springen.

Als Inferno sechs Jahre alt war, hatten wir beide ein Jahr lang intensives klassisches Dressurtraining, Eine unvergessliche Erinnerung aus dieser Zeit ist dieses unbeschreiblich tolle Gefühl, das mir mein graues Pferd bescherte, indem er mich ein paar Tritte in der Passage getragen hat! Wir waren auch viel im Gelände unterwegs und ich liebte es im gestrecktem Galopp Infernos Kraft und Bewegungsfreude zu spüren. Der Gedanke ans Galoppieren reichte und schon ging`s los. Als Inferno an die acht Jahre alt war wurde er auf die Westernreitweise umgestellt. Seit dieser Zeit möchte ich einen Westernsattel gegen keinen anderen Sattel mehr eintauschen.

Inferno ist nun seit mehr als dreißig Jahren in meinem Leben. Er war nicht immer mit mir, sondern auch einige Zeit in der Obhut anderer Menschen, die dankenswerter Weise gut für ihn gesorgt haben. Ich schätze mich unsagbar glücklich das graue Pferd noch immer um mich haben zu dürfen.

Sugar (King Ghibli Sugar), Quarterhorse Wallach, geb. 1992

Sugar Ich kaufte Sugar 1997, nach dem er fünfjährig aus Italien nach Österreich gebracht wurde. Die nächsten drei Jahre waren wir beide kontinuierlich bei österreichischen und deutschen AusbilderInnen im Training, wo ich einiges an Westernreit-Technik lernte. Sugar geriet in den ersten Monaten sehr schnell - und für mich sehr überraschend - in Panik und musste dann „um sein Leben laufen“. Er entwickelte sich dennoch zu einem verlässlichen Geländepferd, als das ich ihn schließlich 2000 verkaufte.

Bald darauf wurde er für kurze Zeit auf Turnieren eingesetzt. 2004 erfuhr ich, dass er aufgrund einer austherapierten Hufrollenerkrankung als Reitpferd kaum mehr Verwendung finden konnte und fraglich war, wie sein weiteres Leben aussehen könnte. Ich war sehr froh, dass er zu meiner damaligen Partnerin Claudie und mir zurückkommen konnte. Mittlerweile ist Sugar mit Claudie in die Nähe von Berlin übersiedelt, wo er ohne Leistungsanspruch Pferd sein darf.

Leroy, (Golden Duke of Jac), Quarterhorse Hengst, geb. 1998 / gest. 2000

Leroy Wir hatten leider nur sieben Wochen Zeit miteinander, da Leroy völlig unerwartet starb. Die anschließende Obduktion gab keinen Aufschluss über die Todesursache. Ich wollte auch meinen kleinen Hengst selbst anreiten und bin ihn in Anwesenheit meiner damaligen Trainerin zweimal für einige Minuten im Stallhalfter geritten. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich das erste Mal meinen Fuß in den Steigbügel gesetzt habe. Ein Gefühlsmix aus Freude und Aufregung und dem Wunsch nur ja nichts falsch zu machen, ließ mich beim Aufsteigen kurz zögern.... und dann kam der Zuruf meiner Trainerin: „Wirf dein Herz in den Sattel und steig auf!“ Das habe ich dann auch getan und es waren wunderbare Minuten! Dennoch würde ich heute auf ein Pferd, das gerade erst zwei Jahre alt ist nicht mehr aufsteigen.

Nordwind, Vollblut Traberhengst, geb. 1972 / gest. 1984

Nordwind Mein erstes eigenes Pferd wurde mir 1983 als ausjähriger Traberhengst von einem Freund meines Vaters überlassen. Ich war etwas über 18 Jahre alt und war nun zum ersten Mal allein für das Wohlergehen (m)eines Pferdes verantwortlich. Endlich konnte ich nahezu täglich Zeit mit meinem Pferd verbringen! Nordwind war schnell an den Sattel gewöhnt und es erfüllte mich mit Freude und Stolz, mit ihm durch die Gegend zu streifen.

Wir hatten leider nur ein knappes Jahr miteinander, da der Rennsport nicht spurlos an Nordwind vorübergegangen war. Nachdem er trotz Schmerzmittel zunehmend litt, traf ich für ihn die letzte Entscheidung.